Wildcampen in Deutschland – Was ist erlaubt und was nicht?

Wo kein Kläger da kein Richter. So lautet das Motto des Wildcampens. Doch nicht überall in Europa ist diese Form des Campens gestattet. Wo ihr unbesorgt euer Lager aufschlagen könnt und was es trotzdem zu beachten gibt, das und vieles mehr erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Wildcampen – was bedeutet das eigentlich?

Unter Wildcampen versteht man grundlegend das Nächtigen auf nicht ausgelegten Campingplätzen. Das bedeutet, dass man sein Camp an einer beliebigen Stelle in der freien Natur aufschlägt, abseits von Plätzen und der Zivilisation. Das schöne am Wildcampen ist die nahe Naturverbundenheit. Man ist die meiste Zeit über ungestört und kann seine Ruhe finden.

Wo ist Wildcampen erlaubt? Was ist Biwakieren?

Zu Beginn sei gesagt, dass ihr in Europa an vielen Stellen nicht einfach euer Zelt aufschlagen und die Nacht dort verbringen dürft. Je nach Region gelten oft unterschiedliche Regelungen und auch diese sind nicht immer leicht zu überblicken. Gesetzlich ist es in Deutschland verboten in der Natur mit einem Zelt zu übernachten. Allerdings gibt es auch eine kleine Grauzone, in der man sich bewegen kann. Hierbei geht es um das Biwakieren. Das bedeutet, dass ihr nur mit einem Schlafsack oder einer Isomatte im Freien die Nacht verbringt. Diese Form des Campens ist weder verboten noch erlaubt. Übernachten ohne Zelt verstößt in erster Linie also nicht gegen die Regelung. Es ist dennoch ratsam, dass ihr euch vorher im Internet informiert, da diese Grauzone in manchen Bundesländern anders festgelegt wird.

Fahruntüchtigkeit = Rast erlaubt

Ein kleiner Tipp am Rande: Solltet ihr mit eurem Auto unterwegs sein, so dürft ihr im Falle einer Fahruntüchtigkeit auf allen Plätzen Halt machen und die Nacht dort verbringen. Stellt euch also nach einer langen Fahrt ruhig auf einen Stellplatz und trinkt ein kühles Bier aus der ElloBox 😉 Ein überzeugenderes Argument ist es, wenn ihr zu müde seid, um die Fahrt fortzusetzen. Dann dürft oder vielmehr müsst ihr notgedrungen die Nacht in eurem Auto verbringen. Es sollte nicht immer direkt der Campingtisch aus dem Kofferraum geholt werden, aber eine kleine Pause ist in jedem Fall erholsam.

Mit dem Dachzelt wild campen – Das sind die Vorteile

Laut der Gesetzgebung ist es in Europa erlaubt mit einem Dachzelt auf öffentlichen Parkplätzen zu campen, solange euer Dachzelt nicht über die Fahrzeugmaße hinausragt. Hartschalen-Dachzelte sind in den meisten Fällen so gebaut, dass sie innerhalb dieser Maße liegen. Das heißt ihr könnt damit überall unbesorgt stehen bleiben und übernachten. Solltet ihr zusätzlich ein Zelt aufstellen, dass über die Größe eures Autos hinausragt, so ist das Campen nicht mehr erlaubt. Sogar auf städtischen Parkplätzen könnt ihr so euer Nachtlager gestalten.

An diese Regeln müsst ihr euch ausnahmslos halten

Trotz der undurchsichtigen Gesetzeslage in Deutschland zum Thema Wildcampen gibt es einige Regelungen, die in jedem Fall einzuhalten sind. In Naturschutzgebieten sowie an Küstenregionen ist das Campen beispielsweise ausnahmslos verboten. Auf Privatgrundstücken lässt sich in manchen Fällen auf Absprache mit dem Eigentümer ein Platz für die Nacht finden. Hier haben wir gelernt: Wer nett fragt, bekommt auch nette Antworten. Festgelegt ist außerdem, dass das Übernachten auf ungenutzten Flächen im Grunde erlaubt ist. Zelten zählt allerdings nicht unter diese Regelung und ist daher nicht gestattet. Somit gibt es in dem Gesetz den kleinen Unterschied, dass ihr ohne einem Zelt prinzipiell die Nacht in der Natur verbringen dürft. Doch auch hier gibt es eine Unterteilung zwischen Wald und freier Grundfläche.

Anderes Bundesland andere Regeln – Das gilt zum Thema Wildcampen und Biwakieren

So kann es beispielsweise sein, dass es in einigen Bundesländern verboten ist nachts abseits des Weges durch den Wald zu spazieren. In Berlin gilt eine eigene Regelung, die besagt, dass ihr ohne die Zustimmung der Eigentümer auch nicht Biwakieren dürft. In Bayern sowie einigen weiteren Bundesländern dürft ihr generell in freier Landwirtschaft zelten, da es keine gesetzliche Regelung gibt, die dies ausdrücklich verbietet. In Sachsen, Thüringen, dem Saarland und weiteren Regionen sieht das Ganze aber schon wieder anders aus. Hier ist das Wildcampen mit einem Zelt in jedem Fall strengstens untersagt. Informiert euch vor eurem Ausflug also gründlichst über die geltenden Regelungen und Verbote, um Konsequenzen zu vermeiden.

Alternativen zum Wildcampen

In Deutschland habt ihr unteranderem in Schleswig-Holstein und der Eifel die Möglichkeit auf ausgelegten Naturstellplätzen zu campen. Diese Plätze werdet ihr aber leider nicht sehr häufig vorfinden. Sie sind in den meisten Fällen nur mit dem Rad oder zu Fuß erreichbar und geben eine recht beschauliche Größe ab. Dennoch bieten sie eine gute Alternative für all diejenigen an, die auf das Zelten in der freien Natur nicht verzichten möchten. Generell gilt für jedweden Aufenthalt in der Natur sich angemessen zu verhalten, keinen Lärm zu veranstalten und auch seinen Müll wieder mitzunehmen.

Praktische Campingführer für Unterwegs – “Cool Camping”

Oftmals ist es schwierig den geeigneten Stellplatz zu finden. Mithilfe eines kleinen Ratgebers wird dir die Suche erleichtert. Der Campingführer “Cool Camping” steht für naturnahe Campingplätze in ganz Deutschland. Es geht in erster Linie um ein entspanntes und naturverbundenes Campingerlebnis. Insgesamt 80 Plätze könnt ihr mit diesem Campingführer ausfindig machen. Dabei spielt das Außergewöhnliche eine entscheidende Rolle.

Hier könnt ihr euch weitere Infos zum Campingführer anschauen: http://www.campingglueck.de/dasbuch/

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